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So gehen Sie mit Wespen richtig um !

NABU gibt die 20 besten Tipps zum richtigen Umgang

mit Wespen:

Am Kaffeetisch und beim Grillen: Wespen stechen so

bald sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie deshalb heftige Bewegungen.

Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das

im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.

Nur zwei der acht heimischen Wespenarten stehen auf Süßspeisen und Fleisch / Wurst, nämlich Deutsche Wespe und Gemeine Wespe. Es ist sinnvoll, Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Reste wegzuräumen. Nachdem Essen sollte der Mund bei Kindern abgewischtwerden, um die Wespen nicht anzulocken.

Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getr

änke mit dem Strohhalm trinken.

Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfielt sich eine Ablenkfütterung. Die Schülerinnen Maike Sieler und Henrike Weidemann fanden bei einem Experiment für „Jugend forscht“ heraus, dass sich überreife Weintrauben dazu am besten eignen. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die grünen Früchte die Wespen in Schach. Auch verdünnter Honig erwies sich als effektiv, ist aber schnell aufgebraucht. Außerdem lockt er Bienen an. Vorsicht: Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken als Ablenkung weniger gut. Sie machen die Tiere aggressiv. Vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüllten Wespenfallen rät der NABU ganz ab. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit einen qualvollen Tod. Zudem gehen nur alte Tiere in die Falle. Das aktive Volk wird nicht dezimiert.

Wespen können von Gerüchen wie Parfum, Cremes, Holzmöbelpolitur oder ähnlichen Düften angezogen werden. Außerdem fliegen Sie gerne auf bunte Kleidung.

Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus

zu halten, empfiehlt es sich Fliegengaze an Fenstern und Türen insbesondere den Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenster

anzubringen.

Haben sich trotz aller Vorkehrungen Wespen ins Haus verirrt, wird ein Glas über das Insekt gestülpt und vorsichtig ein Stück Papier als Boden untergeschoben, um das Tier wieder nach

draußen zu bringen.

Wespennester am Haus dürfen nicht einfach eingeschlossen werden, da sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Am verschlossenen Einflugloch müssen Sie dann mit aggressiven Wespen rechnen.

Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.

Obst rechtzeitig abernten und aufsammeln. Blattläusen mit biologischen Maßnahmen vorbeugen beziehungsweise diese bekämpfen, da die süße

n Ausscheidungen der Läuse Wespen anziehen.

Als einzige Wespenart fliegen Hornissen auch bei Nacht – dementsprechend können sie sich

dann an Partybeleuchtungen, erleuchteten Fenstern oder Hauseingangsbeleuchtungen sammeln. Hier sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen, unnötige Lichtverschmut-

zung zu beenden oder zumindest zu begrenzen: Haus

und Wegbeleuchtungen sollten mit Bewegungsmeldern versehen sein um wirklich nur bei Bedarf zur Verfügung zu stehen.

Dauerhafte Beleuchtungen sollten möglichst schwach

ausfallen, beispielsweise durch Verwendung von LED-Strahlern. Unnötig sind diffuse Lichtquellen, die ihr Licht ungerichtet abstrahlen, wie Kugelleuchten oder Leuchten mit Reflektorenschirm. Sie sollten besser gegen zielgerichtete Punktstrahler ersetzt werden. Wer sich an der Lichtfarbe nicht stört sollte Natriumdampflampen wählen, deren Lichtspektrum für nächtliche Insekten schlecht wahrnehmbar ist. Am besten aber ist es, Lichtquellen wann immer möglich abzuschalten oder erst in Be-

trieb zu nehmen, wenn das Fenster geschlossen ist-

das gilt auch für den Fernseher.

Wespen können Holzverschalungen oder Holzverkleidungen leicht beschädigen, da sie dasHolz als Grundstoff zum Bau ihrer Nester verwenden. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass

Ihre Holzverkleidungen intakt bleiben, sollten Sie diese mit umweltfreundlichen Lacken und Farben regelmäßig pflegen.

Nach den ersten Frostnächten im Herbst gehen die Wespen ein. Man kann das Nest dann gefahrlos entfernen. Es empfiehlt sich, die Stelle gut zu säubern, denn Wespen orientieren

sich am Geruch. Wohnungssuchende Königinnen könnten

sonst im nächsten Jahr wieder ander Stelle einfinden, an der es „nach Wespe riecht“

.

Falls sich Wespen an ungünstiger Stelle angesiedelt haben, wenden Sie sich an Fachkundige vor Ort für eine Beratung.

Meistens gibt es sogar die Möglichkeit, ein problematisches

Nest schonend umsiedeln zu lassen anstatt es gleich

dem Schädlingsbekämpfer zu überlassen. Falls eine Abtötung unumgänglich ist, helfen Ihnen die Wespenberater weiter.

Insbesondere bei der Abtötung von Wespennestern in

Rollladenkästen kann es zu einer unnötigen Raumluftkontamination kommen wenn ungeeignete Mittel eingesetzt werden.

Übrigens besteht kein grundsätzlicher Anspruch des Nachbarns auf Entfernung des Nestes. Man haftet also nicht für das Nest und seine Folgen, es sei denn, man hat es gezielt und bewusst dort angesiedelt.

Die meisten Wespenarten sind kuzzyklisch und ab Ende August wieder verschwunden. Die Nester, die dann noch aktiv sind und wachsen sind Nester der Deutschen oder der Gemeinen Wespe. Generell kann man sagen, dass alle Arten, deren Nester man sieht – also frei-

hängend im Gebüsch oder unter dem Schuppendach – den „unproblematischen“ Arten zuzuordnen sind, die frühzeitig verschwinden und die auch keine Bauschäden verursachen.

Wespennester in Rollladenkästen oder unter Dachziegeln sind in der Regel Nester von Kurzkopfwespen. Diese können, müssen aber nicht Schäden an der Bausubstanz anrichten.

Achten Sie auf das Austragen von Material, wie Dämm

ung beispielsweise. Ein knabberndes Geräusch ist dahingegen kein Hinweis auf Nagetätigkeit: Wie bei Hornissen betteln die Larven mit Kratzgeräuschen an den Zellwänden; zudem klingen die Laufgeräusche der Tiere auf den Waben wie Nagen. Allerdings kann es besonders im Herbst dazu kommen, dass die

Wespen die Wärme suchen und in Innenräume kommen.

Hornissen machen keine unmittelbaren Bauschäden durch Benagung wie das z.B. Wespen tun können – allerdings koten sie unterhalb des Nestes flüssig ab. Dies kann Schäden am

Bauwerk, wie Verfärbung oder Gerüche verursachen. Sofern möglich bietet sich das Unterstellen eines Eimers oder Wanne mit Katzenstreu an – zumindest sollte man unter dem

Nest Befindliches entfernen oder abdecken.

Hornissen genießen durch die Bundesartenschutzverordnung besonderen Schutz. Werden Nester ohne Genehmigung zerstört oder umgesiedelt, kann es zu hohen Geldbußen kommen.

Quelle: M. Großmann / pixelio.de

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Gesetzliche Bestimmungen in Kürze

 

Die heimischen Statten bildenden Wespen stehen unter allgemeinen Tierschutz; Hornissen (Vespa Crabro) darüber hinaus unter besonderem Schutz.

 

Alle in Deutschland vorkommenden Wespenarten unterliegen dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes BNatSchG, §39. Demnach ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, verletzen oder gar zu töten. Ferner ist es verboten, Lebensstätten wild lebender Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. In Baden-Württemberg ist dies unter §43 im Landesnaturschutzgesetz LNatSchG verankert.

Hornissen zählen darüber hinaus zu den besonders geschützten Tierarten. Für sie gelten zusätzlich Verbote des §44 BNatSchG. Danach ist es verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Ferner ist es verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören §44 Abs. 1 Nr.1 und 3.

Bei Zuwiderhandlung kann die zuständige Naturschutzbehörde eine Anordnung durch Verwaltungsakt ( z.B. gegen den Grundstückseigentümer) oder Allgemeinverfügung erlassen, gestützt auf die allgemeine Ermächtigungsform §3 Abs. 2.

 

 

 

 

 

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